Was „Olio Caldo“ für mich bedeutet

Apr 25, 15 Was „Olio Caldo“ für mich bedeutet

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SAMSTAG.  NACHHALTIGKEIT  ERSCHAFFEN

 

Ein Beitrag darüber, was eine bunte Kräuterspirale mit Forschen, Experimentieren und Nachhaltigkeit als Elemente des spirituellen Lebens eines „damanhurianisch“ lebenden und denkenden Menschen zu tun hat:

Olio Caldo ist ein Projekt der Damanhurianer, das in vielfältiger Weise immer wieder neu auflebt. Es hat mich inspiriert, als ich über dieses Thema von lieben Freunden in Damanhur erzählt bekam, über ein Beispiel zu berichten.
Im Wesentlichen geht es bei Olio Caldo darum, die Ressourcen der Natur im täglichen Leben zur Selbstversorgung zu nutzen. Man verwendet zum Beispiel das, was die Umgebung von sich aus anbietet, also Nahrungsmittel vom Bauern (wenn vorhanden, dann gleich um die Ecke, um auch noch lange Transportwege zu vermeiden), Gemüse und Obst selbst vor der Haustüre im eigenen Garten angebaut oder Wildfrüchte und essbares Grünes in Wald oder Flur sorgsam und nachhaltig geerntet.

Für mich bedeutet Olio Caldo, Kräuter, Blüten, Früchte und Gemüse zur Selbstversorgung zu nutzen, indem ich sie auf biologische Weise in Mischkultur selbst im Garten anbaue oder einfach wachsen lasse, wie sie im Wechsel der Jahreszeiten sich selbst versamen. So unterstütze ich die Gesunderhaltung meines Organismus mit Lebensmitteln, von denen ich weiss, dass sie nicht durch künstliche Düngung oder Spritzmittel degeneriert wurden. Und meiner Familie schmeckt das und scheint es ebenfalls zu bekommen, was ich daraus in der Küche zaubere.

Vor vielen Jahren habe ich gleich vor der Türe hinaus zum Vorgarten eine Kräuterspirale realisiert. Anfangs wuchsen dort verschiedene Küchenkräuter, fein säuberlich im richtigen Abstand eingepflanzt. Im Laufe der Zeit hat die Natur das daraus gemacht, wie sich die Spirale heute präsentiert: ein Mix aus Kräutern, Blumen und grünem Gemüse – ein buntes Durcheinander.

Jetzt, im April, bietet sich dem Betrachter ein das Auge erfreuende, entsprechend der Jahreszeit schnell wechselndes Bild, das einen immer wieder in Staunen versetzt, wie vielfältig und kreativ doch die Natur selbst agiert. Klar, pflege ich diese wichtige Ecke im Garten mit viel Sorgfalt und nehme heraus und kompostiere, was zu viel ist. Aber im Grossen und Ganzen lasse ich wachsen, was spriessen will und ich freue mich jedes Jahr im Frühling auf’s Neue darauf, meine Hände in die Erde zu graben und Kontakt mit diesem magischen Element aufzunehmen.

Was gedeiht aktuell in der Kräuterspirale?

Die saftig grünen Blätter des Bärlauchs nutzten Jochen und ich bereits, um daraus vor der Blüte genüssliches Bärlauch-Pesto zu verarbeiten, das im Kühlschrank in kleinen Gläsern aufbewahrt uns monatelang zu Pasta schmecken wird. Fragt mich nach dem Rezept, wenn ihr diesen Genuss im nächsten Frühling auch verwirklichen möchtet! Eine kurze Anfrage als Kommentar zum Blog-Beitrag genügt (da haben dann andere auch was davon ;-)).

Zwischen die mehrjährigen Kräuter, wie Salbei, Schnittlauch, Liebstöckel, Thymian und Oregano habe ich an einer freien Erd-Stelle Reste der letztjährigen Petersilie gepflanzt, die ich in einem Kistchen überwintern konnte. Hier darf sie nun ausblühen, damit ich den Samen im August für neue Aussaaten ernten kann. Daneben spriesst bereits wieder der junge, pfeffrige Ruccola, von dem wenige Blättchen genügen, um eine schmackhafte Mahlzeit zu bereichern. Es gibt verschiedene Sorten davon. Diese ist winterhart, ein Mitbringsel aus dem Garten und liebevolle Gabe meiner Mutter, als ich sie wieder einmal in Salzburg besuchte. Grossen Dank dafür! So habe ich meine Mutter nicht nur in Gedanken nahe, sondern auch visuell vor mir, durch diesen Ableger eines so wunderbaren Kräutleins!

Im Zentrum der Spirale blühen nun Kräuterspirale_April_250 weisse Tulpen. Weiss, weil nach Feng Shui dieser Bereich in unserem Garten dem Element Metall gewidmet ist. Wunderbar, wie sich die Tulpenzwiebeln selbst jedes Jahr vermehren, wenn man das blättrige Grün nach der Blüte stehen lässt und die welken Stängel erst zurück schneidet, wenn sich die Säfte in die Knollen zurückgezogen haben. Daneben und dazwischen – nach Lust, Laune und Witterung eigenständig vermehrend – treten aus der Erde bereits frische Trieblinge von Zitronenmelisse, aber auch selbst versamte Sprösslinge einer Stockrose zutage. Mal sehen, welchen Farbtupfer diese stramme Blütenpflanze im Sommer in den Garten zaubern wird; das weiss man nämlich nie im Voraus.

Im hinteren Bereich dem Zaun entlang, zwischen Bärlauch und Primeln, Calendula-officinalis_Ringelblumedie wachsen und gedeihen, wie es ihnen gefällt, kann ich ab Juli die zauberhaften Blättchen der Orangenminze ernten und daraus wohlschmeckenden, erfrischenden Tee zubereiten.
Und, das bin ich mir sicher, jedes weitere Fleckchen Erde wird von der einen oder anderen Calendula-Pflanze bereichert werden, die gelb oder orange blühende, willkommene Ringelblumen-Schönheit, die ich zum Aufpeppen von Salaten, für sonnigen Tee und immer mal wieder auch zur Zubereitung von heilender Salbe verwende.

Ihr seht, in meiner Kräuterspirale gedeiht ein bekömmlich buntes Miteinander. Auf nicht mal vier Quadratmetern wächst eine natürliche Kombination, die Herz, Bauch und Seele im Wechsel der Jahreszeiten erfreut.

Für mich ist es, spätestens seit ich mit Damanhur verbunden bin, zur Selbstverständlichkeit geworden, dass ich mich bei der Natur und den göttlichen Kräften für die materiellen Schätze und auch für die feinstoffliche Energie bedanke, die sie mir als Nahrung und für mein Leben in Gesundheit und Freude zur Verfügung stellen.

Con voi,
Herlinde

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