Warum ist der Heilige Wald ein Tempel?

Dec 23, 17 Warum ist der Heilige Wald ein Tempel?

 

teco_spiritual_vision-copy

SPIRITUALITÄT IN DAMANHUR

 

Nach der damanhurianischen Philosophie kann alles zum Tempel werden, wenn der Nutzen und die Funktion des Ortes als Brücke zu anderen Dimensionen verstanden wird.
In Damanhur war der Weg, über den der Wald zum Heiligen Wald wurde, eine natürliche Konsequenz davon, dass das Leben an sich als Ausdruck der göttlichen Natur, die diese Welt der Formen durchdringt, betrachtet wird.
Als nächster Schritt wurde der Wald vor nahezu vier Jahren zum Tempel erklärt, als Falco Tarassaco, kurz bevor er diese Realitätsebene verlassen hat, die Funktion des Waldes als Vermittler zwischen dieser und anderen Dimensionen bekräftigt hat. Falco hat nämlich den Heiligen Wald Tempel als privilegierten Ort ausgewählt, um einen Kontakt zwischen uns und dem Jenseits herzustellen, und hat ihn mit einer sehr schönen und evokativen Bezeichnung definiert: „die Wiege“.
Ein Ort, an dem das Leben geboren und wiedergeboren wird, das heißt in der magischen Vernetzung, die die materielle Existenz mit der feinstofflichen verbindet. In diesem empfindlichen und kostbaren Ökosystem spielen die Bäume eine fundamentale Rolle als „Brückenwesen“. Sie sind Teil dessen, was wir in Damanhur „Mutterwelt“ nennen, bzw. eine der Quellen des Lebens unserer Menschenseele.

Bäume wurden in vielen Kulturen immer schon als die angemessenste Manifestation des Göttlichen und des Lebens angesehen: der Baum des Wissens, der Baum der Kabbala, oder der Baum der Unsterblichkeit sind nur einige Beispiele davon. Der Baum verbindet über seine Vertikalität. Himmel und Erde und erinnern an das dritte Gesetz der Magie: „wie oben, so unten“. Er ist Ausdruck des Lebens selbst, das sich in jeder Jahreszeit regeneriert, in einem unvergänglichem Zyklus von geboren und wiedergeboren werden.
In Indien ist die Tradition der heiligen Wälder ganz besonders stark ausgeprägt und dank dieser Tradition konnten kleine und größere Ausdehnungen an Waldflächen überleben. Sie werden als Haus von Shiva, Vishnu oder anderen kleineren Gottheiten angesehen und respektiert. Als Beispiel eines Baumes, der als Träger einer spirituellen Funktion verehrt wird, können wir den Bananenbaum nennen, der in der hinduistischen Tradition den Weltenbaum darstellt. Einer der heutigen Zugänge zu Matrimandir, der großen Meditationskuppel in der Ökogemeinschaft Auroville in Indien, ist ein wunderschöner Weg, der sich durch Bananenbäume windet. Auroville ist eine große spirituelle Gemeinschaft, die von Sri Aurobindo und Mère (die Mutter) gegründet wurde, mit der Damanhur über Austausch und freundschaftliche Beziehungen verbunden ist.

Auch die europäische Geschichte ist sehr stark von der druidischen Kultur geprägt, also von einer Kultur, die im Wald den hauptsächlichen Ort für die kulturelle und religiöse Entwicklung der Menschen sieht. Gemäß der druidischen Vision ist der Wald nicht nur die Heimat einiger Gottheiten, sondern vor allem der Ort, an dem man über die Bäume mit allen in Kontakt treten kann. Die Bäume werden als Antennen verstanden, die auf eine höhere Dimension ausgerichtet sind. In Afrika, mit seiner geschichtlichen Prävalenz des Animismus, sieht man den Wald als Sitz der Kräfte und Funktionen für Trost und Unterstützung des Menschen. Der Wald spendet dem Menschen Nahrung und Schutz, auch noch nach seinem Tode, er ist das Tor zu anderen Dimensionen. Die Geschichte ist voller Erzählungen über die Beziehung zwischen Menschen und Wald. Erzählungen, die zum Teil sehr voneinander abweichen, sich aber alle darin einig sind, dass der Wald die Heimat der harmonischen Beziehung zwischen Menschen und den Welten des „Jenseits“ ist.

In der menschlichen Vorstellungskraft entwickelt sich das Leben im Umfeld der Bäume wie im Film Avatar, von James Cameron im Jahr 2009, in dem die gigantische „Mutterpflanze“, die vom Volk der Na’vi bewohnt ist, Lebensquelle für den ganzen Planeten ist und zum Kampfplatz zwischen den Ureinwohnern und den irdischen Eindringlingen wird. Die artistische und erzählerische Intuition von Avatar wurde von Massimo Introvigne, dem Gründer des Studienzentrums für neue Religionen (Cesnur), mit Damanhur verglichen. Er unterstrich die vielen Entsprechungen zwischen der Naturkultur der Protagonisten des Spielfilms und der damanhurianischen Kultur.

Die Überzeugung, dass sich die Pflanzenwelt durch eine große Weisheit und Intelligenz auszeichnet, war der Impuls, der die Gründer Damanhurs von Anfang an dazu angetrieben hat, die ersten Apparate für die Musik der Pflanzen zu bauen.

Mit Hilfe dieses Gerätes ist es möglich, einen tiefen und sinnvollen Kontakt mit der Essenz der Pflanzen zu eröffnen.

 

 

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*