„Ein internationaler Austausch“

Feb 27, 18 „Ein internationaler Austausch“

 

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SPIRITUALITÄT IN DAMANHUR

 

Eines der Dinge, die mich am meisten faszinieren in Damanhur, ist seine „Internationalität”, besser gesagt, die Möglichkeit, vielen Menschen aus ganz vielen verschiedenen Kulturen zu begegnen. Ich weiß natürlich, dass es gewisse Berufssparten gibt, zum Beispiel im touristischen Sektor, die es ermöglichen, Menschen verschiedenster Nationalität zu begegnen, aber ich glaube wirklich, dass es Arten der „Begegnung“ gibt, die wesentlich tiefer gehen.

In diesem Fall spreche ich nicht von Service-oder Hilfsleistungen, sondern von wahren Begegnungen, in denen etwas sehr Kostbares von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Das geht weit über eine höfliche oder nützliche Geste hinaus, es geht vielmehr um ein tiefes Gefühl, das hinterher dauerhaft im anderen bestehen bleibt und ihn verändert.

Ich habe das Glück, Teil des Teams für das Newlife-Programm, für die Bürger auf Zeit in Damanhur, zu sein. Zu bestimmten Zeiten im Jahr kommen Gäste aus aller Welt, die sich entschieden haben, am Newlife-Programm teilzunehmen. Dank dieser Erfahrung ist es möglich, für 3 Monate voll in das damanhurianische Alltagsleben einzusteigen und so auf ganz praktische Art und Weise Damanhur kennenzulernen, bevor man eventuell die Wahl trifft, hier leben zu wollen.

Die Gruppen, die zusammenkommen, sind immer kunterbunt. Menschen aus vier verschiedenen Kontinenten, im Moment z.B. aus Kanada, Israel, Italien, Holland und sogar dem weit entfernten China. Das bedeutet natürlich auch, dass man nicht die eigene Muttersprache spricht, sondern in der Gruppe, in der Englisch gesprochen wird, gleichzeitig mit vielen Kulturen, Gewohnheiten und verschiedenen Denkweisen in Berührung kommt.
Die persönlichen Geschichten, sowie auch die Lebenserfahrung und die Charaktere, sind sehr verschieden voneinander.

Diese Verschiedenartigkeit wird in unseren gemeinsamen Aktivitäten offensichtlich, und alle fühlen sich bereichert durch diese Farbenvielfalt. Manchmal kommen sie sehr gut miteinander aus, andere Male wird gestritten. Mein bevorzugter Moment ist ein Treffen, das wir „battito” (Herzschlag) nennen, bei dem jeder seine persönlichen Eindrücke und Reflektionen einbringt, die den gemeinsamen Weg betreffen. Dies geschieht jenseits aller Sprachbarrieren, z.B. haben wir gerade chinesische Gäste, die weder Italienisch noch Englisch sprechen und keiner von uns versteht Mandarin.

Das sind die Momente, in denen wirklich etwas Magisches passiert. Jeder öffnet sein Herz und dank dieser Tatsache schaffen wir es, viel mehr zu kommunizieren, als es über einfache Worte möglich wäre. Man lernt, dass die Kultur, die Herkunft, die Ausbildung und der Charakter nicht mehr so wichtig sind, wenn Menschen sich öffnen und über ihre Träume reden und wie sie die Welt gerne verändern möchten.

Ungeachtet der sprachlichen Begrenzungen, kann man ganz stark die Dankbarkeit fühlen, dass jeder seine Vision zum spirituellen Volk beitragen kann. Von jedem Teilnehmer des Programms sind ein starker Wille und eine große Hingabe zu spüren, und dies spüre ich in der jetzigen Gruppe, die von offensichtlichen starken Unterschieden gekennzeichnet ist, noch stärker als sonst.

Vielleicht sind es ja gerade diese Unterschiede, die es uns ermöglichen, das was wirklich wichtig ist, einfacher aufzunehmen: zu lernen, offen dafür zu sein, mit anderen in Kontakt zu treten, andere im Austausch durch meine Beiträge zu beschenken, in die Herzöffnung zu kommen, die Gefühle willkommen heißt, die dann ein Teil von uns werden.

Dank der Interkulturalität der jetzigen Gruppe fühle ich mich zutiefst bereichert und verändert. Das war die Gelegenheit, um ganz klar zu verstehen, dass unsere Herkunft überhaupt keine Rolle spielt, denn unsere Herzen sind alle Kinder der gleichen Erde.

Labrador

 

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