Pflanzen kommunizieren?

Mrz 25, 18 Pflanzen kommunizieren?

 

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SPIRITUALITÄT IN DAMANHUR

 

Die Musik der Pflanzen begeistert alle in Damanhur: die Forscher, die täglich neue Protokolle studieren, um die Erforschung dieses Gebiets zu vertiefen; die Bürger, die den Klängen ihrer Baumfreunde zuhören und dabei nachsinnen und sich entspannen, die Besucher, die sich von den Musikerpflanzen überzeugen lassen, dass die Gemeinschaftsföderation ein guter Ort für eine Zeit der Regeneration ist, die Pflanzen selbst, zumindest wenn wir ihre Kapazität sich der Musik zu widmen, so interpretieren, dass sie dadurch Aspekte des Lebens erfahren können, die sie andernfalls vielleicht nie kennengelernt hätten.

Die Pflanzenkonzerte mit den Menschen sind jedoch nur die Pfeilspitze einer viel breiteren Forschung, die sich mit dem Gebiet der Kommunikation zwischen Mensch und Pflanzen beschäftigt. So angenehm und unterhaltsam sie ist, wäre die Pflanzenmusik jedoch nur ein erstaunliches Phänomen, wenn sie nicht auch die Aufgabe erfüllen würde, uns über diese Art der Beziehung einen Weg aufzuzeigen, unter welchen Konditionen wir einen wirklichen Austausch mit dieser so ganz anderen Spezies erreichen können.

Pflanzen und Menschen: Sind das wirklich zwei verschiedene Spezies?

Naja, diese Frage ist nicht so ganz ernst gemeint: Menschen und Pflanzen sind natürlich verschieden, das muss wohl nicht extra betont werden. Aber die Erforschung der Sensibilität der Pflanzen lässt auch viele Ähnlichkeiten sichtbar werden. In Damanhur hat die Forschung auf diesem Gebiet in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre begonnen, als die Gemeinschaft noch gar nicht ganz aufgebaut war, aber die Kommunikation mit den Bäumen nicht nur erforscht und erfahren wurde, sondern auch schon Thema für öffentliche Kurse war. Vor allem in den ersten Jahren wurde dieses Thema eher unter den Gesichtspunkten von Respekt, Sensibilität und Medialität angegangen, aber im Lauf der Jahre kamen neue Möglichkeiten dazu, um dieses Phänomen auch von rationaler Seite aus zu betrachten. Aus dieser Perspektive wurden in den letzten dreißig Jahren weltweit viele Untersuchungen durchgeführt. Und es ist eine Tatsache, dass seit Ende des letzten Jahrhunderts der Gedanke, dass auch Denken, Fühlen, Neugier und Wahrnehmung Teil des Pflanzenlebens sind, sich immer mehr ausbreitet und vielen interessanten Forschungsarbeiten völlig neue Perspektiven eröffnet hat.

Was sagt die Wissenschaft?

Eine der jüngsten Studien zeigt auf, dass die Pflanzen zwar keine Augen und Ohren haben (zumindest keine Augen und Ohren, die mit den unseren zu vergleichen wären), dass sie aber sehr wohl in der Lage sind zu sehen, zu hören, zu riechen und auf Gefahrenzeichen der Umwelt, im Speziellen auf ansteckende Krankheitserreger, zu reagieren. Sie können dies dank hunderter verschiedener Proteine, die fähig sind, auf Mikroben und unterschiedlichste Stressfaktoren zu reagieren. Dies wird durch Shahid Mukhtar und Timothy Howton der Universität von Alabama bestätigt. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass nur ein kleiner Teil dieser sensorischen Proteine durch klassische Genetik bekannt und katalogisiert ist, erstellte das Team amerikanischer Forscher, darunter Lehrer und Studenten, die erste „Netzwerkkarte“ für etwa 200 dieser Proteine. Es ist klar, dass einige von ihnen als Schlüsselknoten für die Integrität des Netzwerks selbst dienen, während weitere Interaktionen entstehen, die in ihrer Funktion erst noch verstanden werden müssen. Sicher ist, das Pflanzen ein hohes Niveau an biologischer Wahrnehmung und Reaktion haben, das eng mit der Verbindung zwischen verschiedenen „Individuen“ zusammenhängt.

Beziehungen sind auch für Pflanzen wichtig

So nehmen Pflanzen nicht nur die jenseits der biologischen Reaktionen auf Wasser-Erde-Wind und so weiter ihre Umgebung wahr, sondern sie tun es auch aufgrund ihrer Beziehung zu Gleichartigen. Und auch die Beziehung zu „Unähnlichem“, also zum Beispiel zu uns Menschen, ist daher nicht nur möglich, sondern sehr wahrscheinlich. Musik gehört zu der Kategorie von Reizen, auf die Pflanzen am meisten reagieren, und anscheinend sind sie ihrerseits an der Reproduktion von Klängen interessiert. Wer eine Demonstration der Musik der Pflanzen erlebt hat, weiß, wie sensibel diese auf unterschiedliche Verhaltensweisen und Gedanken reagieren. Man könnte sagen, dass sie „den Wunsch nach Kommunikation” der Personen ihnen gegenüber wahrnehmen und konsequent darauf reagieren.

Die ganze Sphäre der Kommunikation zwischen Mensch und Pflanzenwesen, die sich in den ersten Jahren vor allem unter empirischen Gesichtspunkten entwickelt hat, wird sich in den kommenden Jahren notwendigerweise zu einem akademischen Forschungsgegenstand entwickeln. Wer weiß, ob nicht auch die Pflanzen eines Tages mit Hilfe von ausgefeilten wissenschaftlichen Geräten zu ihrem Erstaunen bemerken werden, dass sogar wir Menschen denken und sprechen können!

 

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