Ist der Meister draussen oder drinnen?

Sep 04, 18 Ist der Meister draussen oder drinnen?

 

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SPIRITUALITÄT IN DAMANHUR

 

Das Paradox

Falco Tarassaco, der Gründer von Damanhur, sprach von Anfang an über die Wichtigkeit, den „inneren Meister“ zu aktivieren. Es ist wichtig, dass man seine Entscheidungen frei fällt, überzeugt und selbstverantwortlich, sein eigener spiritueller Führer wird, ohne in den Erfahrungen anderer die Hinweise für unser Leben zu suchen.

Praktisch alle Weisen, von Krishnamurti bis zu Eckhart Tolle, haben – wenn auch mit verschiedenen Worten und Beispielen – darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, den Focus unserer Achtsamkeit auf uns selbst und nicht auf einen Lehrer zu richten. Sie sagten, ebenso wie Falco, dass es nicht wichtig ist, einem Meister zu folgen, sondern einen neuen Meister in sich selbst zu schaffen.

Aber wenn das stimmt, für was ist dann ein spiritueller Führer gut? Diejenigen, die Falco, Osho, SaiBaba, Gurdjeff und vielen anderen folgen, haben sie sich geirrt? Auch wenn die Meister es gesagt haben, ist das nicht ein Widerspruch, ein Paradox?

Das sind Fragen, für die wir in Damanhur folgende Antwort geben: Wer einem Lehrer folgt, hat sicherlich keinen Fehler gemacht und tut weiterhin das Richtige. Was das Paradox angeht, ist ein spiritueller Weg schließlich ein Weg, um das, was entgegengesetzt erscheint, harmonisch zu integrieren. Zum Beispiel ist der Geist ebenso zulässig wie die Materie und selbst die Idee des Paradoxons!

Was bedeutet es, den inneren Meister zu aktivieren?

Ein Lehrer ist ein Reisebegleiter, der den Weg bereits kennt, der dir einen Pfad zeigen kann. Der Weg wird von jedem auf seinen eigenen Beinen gegangen, mit der Freiheit, an jeder Weggabelung einen Fehler zu erkennen oder zu machen. Ich erkläre das in dem Buch Falco Tarassaco: Der Traum, die Botschaft, die der Lehre meines spirituellen Führers gewidmet ist. Jeder von uns wählt einen Weg, jemanden oder etwas, auf das er sich bezieht, eine „Farbe der Weisheit“, die zum Lehrer wird. Auch dies ist, wenn wir darüber nachdenken, eine Aktion, die von unserem tiefsten inneren Anteil ausgeführt wird. Es ist nicht der Lehrer, der dich wählt, sondern du wählst deine Lehrer.

Demzufolge ist die Anwendung der Philosophie eines Lehrers ein Akt des freien Willens, der Kohärenz und der Entscheidung.
Aber es ist notwendig, dass das Folgen einer Philosophie offen und bewusst geschieht. Kein spiritueller Führer, der ein echter Führer ist, wäre glücklich mit denen, die alle Inhalte und vorgeschlagenen Erfahrungen akzeptieren, ohne zu hinterfragen, wohin sie führen, und vor allem, ohne irgendwann und ganz unabhängig, Neues zu wählen.

Vom Kindsein zum Elternsein

Der Schüler muss den Lehrer also überwinden? Ja, immer oder zumindest sollte er es versuchen.

Der innere Lehrer ist der Teil von uns / der Level an erreichter Reife, der uns erlaubt, das Zeugnis des äußeren Lehrers zu empfangen und es zu verinnerlichen, so wie wir als Kinder Lehrer unserer Eltern sind. Um den inneren Meister auszubilden, hilft es, einem Lehrer zu begegnen, der uns in den Schritten der Selbstentdeckung beisteht und uns von Angst befreien kann.

Wenn es uns gelingt, diesen Weg ohne Überheblichkeit zu gehen, beginnt das Erwachen des inneren Meisters. Der Lehrer, immer noch inkarniert oder von der physischen Form schon weit entfernt, hört deshalb aber nicht auf uns nahe zu stehen, sondern hat uns noch viel zu geben. Was sich verändert, ist aber sicherlich die Art, wie wir seine Lehren in uns aufnehmen.

Nicht Schuld, sondern Dankbarkeit

Der Lehrer muss gewählt werden. Wer für den einen schöne und tiefgründige Dinge sagt, kann für jemand anderen ohne Bedeutung bleiben. Es gibt auch solche, die sich ihrer stark inspirierenden Präsenz bewusst sind und diejenigen, die sich gar nicht vorstellen können, von anderen als Beispiel angesehen zu werden.

Der Lehrer muss genau deswegen gewählt werden, weil jeder von uns durch verschiedene Emotionen und Farben der Weisheit bewegt wird. Der nächste Schritt ist immer der des inneren Lehrers, den wir daran erkennen, dass wir die Antworten und Stimuli, die wir suchen, in uns selbst finden.

Wenn wir uns letztendlich mit denen, die uns geführt haben, in der Schuld fühlen, das heißt in einer Beziehung der Nicht-Gleichheit, bedeutet das, dass wir noch immer im Außen suchen und uns selbst innerlich aufbauen sollten. Wenn wir innerlich dankbar sind, bedeutet das, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Stambecco Pesco

 

 

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