Gibt es eine positive Währung?

Feb 27, 19 Gibt es eine positive Währung?

 

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ERFAHRUNGSAUSTAUSCH

 

Auf unserem Planeten gibt es keine einsamen Inseln mehr, aber stellen wir uns einmal vor, dass ein Handelsschiff während eines Sturms direkt vor einer unbewohnten Insel strandet, die außerdem reichlich Ressourcen, Wasser und ein mildes Klima bietet.

Stellen wir uns nun vor, dass die Schiffsbesatzung, indem sie die Fähigkeiten jedes Einzelnen nutzt, teilweise die Ausrüstung vom Schiff zurückerobert und die Ressourcen ausschöpft, die die Insel bietet, in kurzer Zeit in der Lage sein wird, die Insel bewohnbar zu machen und eine neue Gesellschaft zu gründen: Sobald sie die erste Zeit des Ausnahmezustandes überstanden hat, während der der Tauschhandel genügte, wird sich die Frage des Geldsystems stellen, d. h. wie man den Warenaustausch zwischen den Inselbewohnern, zwischen jedem Einzelnen und den Unternehmen, die sie gründen würden, zwischen der gesamten Gesellschaft und den Institutionen ihrer Verwaltung organisieren könnte. Welches Wirtschaftssystem würden sie wählen?

Aus dieser Herausforderung entsteht die Reflexion über den Wert des Geldes und über die positive Energie des Geldes, wenn es durch ein meisterhaftes System vermittelt wird.

In Damanhur existiert seit vielen Jahren ein komplementäres Zahlungsmittel, der Credito. Damit besitzt Damanhur heute in Italien eine der längsten Erfahrungen auf diesem Gebiet. Der Conacreis, eine Vereinigung, im dem viele Forscher und ethisch-geistige Gemeinschaften, darunter auch Damanhur, Mitglied sind, hat auch die Förderung eines Wirtschaftssystems im Blick, das ermöglicht, die Währung als Element der Solidarität und des gemeinsamen Reichtums anstatt als Mittel zur Spekulation zu nutzen.

Vor kurzem fand in Damanhur eine von Conacreis und der Vereinigung Moneta Positiva organisierte Veranstaltung statt, bei der Fabio Conditi, ein Experte für dieses Problem, eine sehr originelle und innovative Vision des Themas lieferte, die nicht nur Italien, sondern die gesamte Eurozone und damit die gesamte internationale Währungsszene betrifft.

EIN FAIRES SYSTEM IST MÖGLICH

Dass 1 % der Weltbevölkerung 90 % des wirtschaftlichen Reichtums des Planeten besitzen, ist für niemanden mehr ein Geheimnis. Diese Situation erklärt die enormen Schwierigkeiten, auf die jedes System stößt, das sich verändern möchte, selbst in den seltenen Fällen, in denen eine politische Kraft dies versucht.

Aber was fast niemand weiß, ist, dass der Euro, d. h. die am weitesten verbreitete Währung auf dem alten Kontinent und eine der solidesten auf dem Planeten, nicht wirklich eine Einheitswährung ist, sondern aus der Union vieler nationaler Währungen entstanden ist. Dies bedeutet, dass die Mitgliedsstaaten nach wie vor die Möglichkeit haben, Münzen zu prägen (was Deutschland macht) und andere Formen der Währung in den Markt einzuführen, wie Staatsanleihen, elektronisches Geld und verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung.

In der Praxis könnten die Staaten ihre Wirtschaft weiterhin ankurbeln, indem sie Hartgeld produzieren und zur Finanzierung öffentlicher Objekte verwenden, ohne Inflation zu erzeugen und vor allem, ohne das Privileg der Geldschöpfung an Privatbanken zu delegieren.

Weshalb das nicht geschieht…, naja das wird nicht wirklich erklärt… es stehen so viele Interessen auf dem Spiel, dass es leicht vorstellbar ist.

Die wichtigste Botschaft jedoch ist, dass einerseits das System nicht völlig falsch ist, obwohl es für die Interessen der großen internationalen Wirtschaftsmächte konzipiert ist und andererseits, dass viele Wirtschaftsindikatoren, die alle Staaten betreffen, vom BIP bis zur Staatsschuld, wirklich neu überdacht werden müssen.

DER WIRKLICHE SINN DES GELDES

Damanhur hat schon immer behauptet, dass Geld nicht unbedingt eine negative Energie ist: Es ist eines der grundlegenden Werkzeuge, mit dem Menschen und Völker seit jeher Tauschhandel betrieben und sich für gemeinsame Projekte zusammengefunden und engagiert haben. Falsch ist der Wert, der ihm zugeschrieben wird, der ihn in ein Vehikel der Ausbeutung, Spaltung und Unehrlichkeit verwandelt.

Der Traum eines jeden spirituellen Forschers, die Welt gerechter zu machen, beinhaltet auch die Schaffung gerechterer Wirtschaftssysteme, die auf kollektiven Reichtum und nicht auf die Bereicherung einiger weniger abzielt.

Moneta Positiva hat kürzlich ihre Botschaft auch auf die politische Ebene gebracht, an einen „Runden Tisch“ in einem der Säle des italienischen Parlamentes, wo Orango Riso, einer der Weisen von Damanhur (die Weisen sind die Garanten der spirituellen Werte von Damanhur), in der letzten halben Stunde des Treffens ebenfalls seine Überlegungen zu diesem so wichtigen Thema mit einem Diskussionsbeitrag eingebracht hat.

Wenn jeder von uns in seinem eigenen Land diesen Ideen eine Stimme gibt, kann die spirituelle Transformation der Welt auch durch die Wirtschaft erfolgen.

Ist es deiner Meinung nach möglich, positive Währungen einzuführen?

 

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