Der Siebte Himmel

Mrz 01, 20 Der Siebte Himmel

 

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SPIRITUALITÄT IN DAMANHUR

 

Ihr habt es schon oft gehört oder auch selber gesagt: Heute bin ich im siebten Himmel!

Und ihr habt euch wahrscheinlich noch nie gefragt, was das eigentlich bedeutet…

In einer alten religiösen Interpretation ist es das Himmelsgewölbe, der Sitz der Gottheit, das aus neun konzentrischen materiellen Sphären bestand, in deren Zentrum die Erde stand. Die ersten sieben nahmen ihren Namen von den damals bekannten Planeten (der Mond, der als Planet betrachtet wurde, war der erste Himmel) und das waren diejenigen, die von den Menschen, die Gott betrachten wollten, erreicht werden konnten. Der achte und neunte hingegen befanden sich auf einer für den Menschen unerreichbaren Stufe.

Deshalb hat der Ausdruck „Im siebten Himmel sein“ seit jeher die Bedeutung eines maximalen Zustands der Freude, der erreichbaren Glückseligkeit angenommen: maximales Glück in jeder Hinsicht.

In einigen spirituellen Texten sind das, was die alten Astronomen als Himmelssphären interpretierten, stattdessen verschiedene Stufen der Wahrnehmung der Realität. Die Bewegung von einem Himmel zum anderen steht für unsere evolutionäre Entwicklung, d.h. das Wachstum unserer Wahrnehmung und unserer inneren Größe, die von Mensch zu Mensch und in jedem Zeitalter unterschiedlich ist.

Die spirituellen Himmel

In diesen Interpretationen ist der erste Himmel erreicht, wenn der Mensch sich als Individuum wahrnimmt. Es repräsentiert den Moment, in dem wir sagen und denken: „Ich bin, ich will, ich weiß, ich sage usw.“ Das „Ich“ ist in diesem Fall eine Selbsterkenntnis, kein Akt des Egoismus, und zeigt auch, dass Verantwortung angenommen wird.

Der zweite Himmel ist das, was wir sehen, wenn wir uns als Teil einer Gruppe von Menschen fühlen und das denken und wahrnehmen, was diese Menschen denken und wahrnehmen (ein Volk, eine Religion, eine Gemeinschaft jeglicher Art…). In dieser Phase ist das „Wir“ das Wichtigste von allem.

Der dritte Himmel ist das, was ein Mensch sieht, wenn er beginnt zu erkennen, dass in seinem Inneren etwas Größeres steckt: sein ganzes unbekanntes Potenzial.

Der vierte Himmel ist, wenn sich das, was einem Mensch über sich selbst unbekannt ist, mit dem Unbekannten eines anderen Menschen verbindet. Dies geschieht in großen Lieben, großen Leidenschaften und wenn Menschen dasselbe Ideal teilen.

Der fünfte Himmel ist der Himmel unserer klarsten inneren Dimension. Das ist, wenn wir spüren, dass es in uns und außerhalb von uns eine geheimnisvolle Welt gibt, die nicht nur größer ist als unser „Ich“, sondern auch größer als alles, was wir kennen, und die sich unabhängig von unserem Verständnis manifestiert, aber unsere Erwartungen fast erfüllt.

Der sechste Himmel ist, wenn wir jemandem begegnen, der begonnen hat, die gleiche Entdeckung zu machen, und wenn wir unsere Erfahrungen mit ihm austauschen können, was uns ermöglicht ein großes Glücksgefühl zu erreichen.

Das Spiel der geraden und ungeraden

In den ungeraden Himmeln haben wir nach dieser Auslegung die Möglichkeit, unser feinstoffliches Wesen zu entdecken; in den geraden Himmeln lernen wir, die Sprache immer besser zu benutzen und zu verstehen, dass wir zusammen mit den anderen ein Teil von etwas Größerem sind.

Nach dieser Interpretation ist es notwendig, alle Himmel zu durchschreiten, ihre Botschaften zu verstehen und sie zu meistern.

In der Tat ist der siebte Himmel das Ziel: Wir erreichen ihn, wenn wir lernen, alle sechs vorhergehenden zusammen zu erfassen, so als wären es sechs Straßen, die sich alle am selben Punkt kreuzen.

In Damanhur sprechen wir über spirituelle Quesiti (Fragestellungen) als Schritte auf der spirituellen Reise eines jeden Menschen. Die von Falco Tarassaco aufgezeigten Quesiti sind acht, und der letzte weist darauf hin, alle sieben vorherigen Schritte noch einmal zu durchlaufen, mit einem neuen Geist, der sich daraus ergibt, dass man den Weg schon einmal ganz gegangen ist.

Die Analogien zu den Sieben Himmeln sind offensichtlich: Wie wir oft sagen, ist Spiritualität eine Erfahrung, die sich entlang verschiedener Traditionen schlängelt, in fernen Epochen und Kontinenten, mit verschiedenen Sprachen, aber mit Bildern, die sich gegenseitig in Erinnerung rufen.

Zurück zu den Sieben Himmeln: In welchem von ihnen erkennst du dich wieder? Die Entfernung zum Siebten Himmel ist nicht wichtig, es ist wichtig, dass du unterwegs bist.

 

 

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